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Habt ihr gewusst, dass die Pädagogik-Konzepte von Montessori, Waldorf oder Fröbel schon mehr als hundert Jahre alt sind? In Zeiten von Smartphone, Blinke-Spielzeug und Co fragt man sich dann schon: Wollen Kinder heute so ein Spielzeug überhaupt noch? Ist das zeitgemäß? Die eindeutige Antwort: Ja und ja! Denn die Entwicklung unserer Kinder hat sich im Grunde nicht verändert. Und gerade als Gegenpol zu unserer reizüberfluteten Welt kann alternatives Kinderspielzeug einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass unsere Kleinen eine gesunde Entwicklung durchlaufen.

Ein tröstlicher Gedanke gleich vorweg: Wir Menschen sind offenkundig nicht in der Lage, Entwicklung zu vermeiden. Für mich persönlich bedeutet diese Erkenntnis vor allem mehr Gelassenheit! Denn mit Aufmerksamkeit, Zeit und ganz viel Liebe entwickelt sich ein Kind auch ohne viel „pädagogisches Zutun“ zu einem wertvollen Mitglied unserer Gesellschaft.

Alternatives Kinderspielzeug von Montessori, Waldorf und Fröbel kann dabei helfen. In seiner reduzierten und „leisen“ Art hilft es Kindern, sich in unserer meist lauten und ungeordneten Welt auf sich selbst zu konzentrieren und bei sich zu bleiben.

Alternatives Kinderspielzeug von Montessori:

Wenn man die Pädagogik von Maria Montessori (1870-1952) zusammenfassen will, könnte man sie mit „Selber-machen-lassen für selbstbewusste Kinder“ auf einen Punkt bringen. Zentraler Grundsatz ihrer Lehre ist, Kindern ein anregendes Umfeld zu schaffen, in dem sie gerne und aus eigener Motivation heraus Neues erkunden und schließlich erlernen können. Ganz nach dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“ will die Montessori-Pädagogik die selbständige Beschäftigung von Kindern fördern. Eigenes Tätigsein – auch wenn es mit Scheitern einhergeht – ist Montessori sehr wichtig, da es die Kinder selbständig und selbstsicher macht. Lernmaterial gibt es zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Altersstufen: Für junge Kinder eignen sich vor allem Übungen des täglichen Lebens und Sinnesmaterialien, für ältere Kinder werden die Mathematik-, Sprach-, Musik-, Geografie- oder Biologiematerialien angeboten. 

Montessori Material, mit dem Kinder die Zeit, Monate, Tage und Jahreszeiten lernen können
Auch optisch sehr schön anzusehendes Montessori-Spielzeug, mit dem Eltern das Formen- und Farbenerständnis ihrer Kinder schon im frühkindlichen Alter fördern können

Waldorf: Individualität im Spiel erfahren

Die Waldorf-Pädagogik basiert auf den Überlegungen des Anthroposophen Rudolf Steiner, der von 1861-1925 gelebt hat. Seine Lehre lebt eine gewisse „Ehrfurcht“ vor dem Kind, die weniger danach fragt, was aus ihm werden soll, als danach, was es an Fähigkeiten und Anlagen mitbringt. Das herauszufinden und diese Talente durch Lernen und Üben weiter zu verbessern, ist Aufgabe der Waldorf-Pädagogik. Zentraler Grundsatz des anthroposophischen Kinderspielzeugs von Waldorf ist daher, die Phantasie von Kindern anzuregen, um sie in ihrer natürlichen, individuellen Entwicklung zu unterstützen. Haupt-Ideengeber für Waldorf Spiele und Figuren ist die Natur. Deshalb findet man bei Waldorf sehr viel Astspielzeug oder auch zusammensetzbare Bauelemente und Steckspielzeuge aus Holz. Waldorf- und Montessori-Spielzeug unterstützen Kinder spielerisch, Neues kennenzulernen und sich selbst Dinge beizubringen, indem sie Neues ausprobieren. Dabei lernen sie nicht nur eigene Grenzen kennen, sondern auch, was sie alles schon können.

Waldorf Puppe von Käthe Kruse, die sich die Lizenz für Waldorf-Puppen gekauft hat               
Astspielzeug Waldorf-Art

Fröbel: Selbstfindung über das Spiel

Auch das zeitlich noch früher einzuordnende Pädagogik-Konzept von Friedrich Fröbel, der von 1782 bis 1852 gelebt hat, ist heute weltweit bekannt und wird in vielen Ländern der Erde praktiziert. Er war der Erste seiner Zeit, der die Kindheit als einen für Bildung und Erziehung besonders wichtigen Abschnitt im Leben eines Menschen erkannt hat. Daher hat das Spiel in Fröbels Pädagogik eine wichtige Bedeutung – eine Denkweise, die zu seiner Zeit völlig neuartig war. Fröbel vertritt die Auffassung, dass das Kind sich im Spiel ausdrückt und zu sich selbst findet. Aus diesem Grund hat Fröbel seine sogenannten „Spielgaben“ entwickelt. Sie bestehen im Wesentlichen aus den Grundformen Kugel, Walze und Würfel.

Fröbel Klötze

Weltberühmte Architekten wie Frank Lloyd Wright, Le Corbusier oder Walter Gropius gaben an, durch Fröbel beeinflusst worden zu sein. Auch Künstler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky oder der Designer Charles Eames sollen durch Fröbel inspiriert worden sein.

Alternatives Kinderspielzeug: Die Mischung macht‘s!

Der Vergleich zeigt, dass die pädagogischen Ansätze der verschiedenen Konzepte auch heute noch durchaus Sinn ergeben – auch wenn Schlussfolgerungen nach dem Motto „Wenn ich meinem Kind Fröbel-Spielzeug gebe, dann wird es mal ein berühmter Architekt oder eine große Architektin“ ziemlich sinnLOS sind. Was also lernen wir? Alternatives Spielzeug ist hier und da eine durchaus empfehlenswerte Ergänzung zu den modernen Spielsachen – vor denen wir unsere Kinder ja auch nicht komplett fernhalten möchten bzw. können. In jedem Fall sollten wir uns als Eltern darüber im Klaren sein, dass Spielsachen unsere Kinder prägen werden. Wahrscheinlich erinnern Sie sich auch noch an Ihr Lieblingsspielzeug! Egal ob Teddy, Eisenbahn oder Bauklötze: Wir sollten uns gut überlegen, welche Dinge wir unseren Kindern zum Spielen geben, denn sie könnten sie ins Herz schließen.

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